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Hi!
Ich wollte mal etwas Fragen: Wie sieht es denn mit der Rechtslage bei den Schleudern mit Sperrvorrichtung aus? Als ich eine Katapult gebaut habe meine ich gelesen zu haben, dass das nur erlaubt ist wenn das Projektil weich ist, und auch dann nur bis zu einen bestimmten kinetischen Energie des Projektils.
Jörg hält sich gewöhnlich ans deutsche Recht, baut aber jede Menge Kram, dass dieser Regelung nicht entspricht.
Wie genau ist das denn nun?
 

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Das ist eine nicht so ganz triviale Frage.

Man muss unterscheiden.

Pfeilgewehre, bei denen der Pfeil ÜBER den Lauf gleitet, sind laut BKA-Feststellungsbescheid gar keine Waffen im Sinne des Waffengesetzes, also keine Altersbeschränkung, dürfen geladen und schussbereit überall (Ausnahme Veranstaltungen etc.) geführt werden und (wenn niemand gefährdet wird) auch überall geschossen werden.

Dasselbe gilt für Schleudern (ohne Armstütze), Bögen, Blasrohre, Harpunengewehre etc.

Die meisten meiner "Werfer" sind rechtlich gesehen Armbrüste. Das sind zwar Waffen im Sinne des WaffG, aber das Gesetz nimmt sie explizit von allen Einschränkungen des Waffenrechts mit Ausnahme der Volljährigkeitserfordernis aus. Herstellung, Handel, Führen, Besitz - alles uneingeschränkt möglich.

Zum Thema "Schießen mit Armbrüsten" schweigt das Gesetz. Allerdings wird "Schießen" wieder als "ein Geschoss durch einen Lauf treiben" definiert. Deshalb gehen viele Rechtsexperten davon aus, dass man mit einer Armbrust gar nicht schießen KANN, jedenfalls nicht im Sinne des Gesetzes. Es ist eher ein Wurf.

Es geistert irgendwo eine Richtlinie herum, die sagt, dass man Armbrüste nur auf Schießständen schießen darf. Nun muss man wissen: Richtlinien haben keinen Gesetzescharakter. Sie dienen lediglich der Verwaltung als Arbeitsmaterial. Sie werden deshalb auch nicht durch die Gesetzgebung im demokratischen Beschlussverfahren definiert, sondern durch die Verwaltung selbst erstellt. Sicher erteilt die Verwaltung nun auch Genehmigungen für Armbrustschießplätze - aber das tun sie auch für Bögen. GEWERBLICHE Schießstände sind halt generell genehmigungspflichtig.

In der Praxis bedeutet das: Wenn etwas passiert - man also einen Passanten mit der Armbrust trifft - ist das mit Sicherheit ein Problem. Da dies bei mir aufgrund meines großen Geländes und der Art meiner Schüsse nicht passieren kann schlafe ich ruhig.

Luftgewehre sind dagegen etwas völlig anderes. Die freien Modelle (7,5 Joule Maximum) dürfen in der Tat auf dem eigenen befriedeten Gelände geschossen werden, wenn das Geschoss das Gelände nicht verlassen kann. Im Grunde bedeutet das: bauartliche Maßnahmen. Denn die Behörden verwenden die 45-Grad-Regel: Plempe schräg nach oben halten und Schuss. Der Diabolo fliegt leicht einen Kilometer. Ein kreisrundes Gelände mit dem Schützen in der Mitte wäre als 314 Hektar groß. Halb Texas eben.

Entweder man schießt im Keller ODER man baut sich einen kleinen Schießstand, der ein Fensterchen hat, durch den der Lauf geschoben wird. Dann ist alles OK.

Mit stärkeren Luftgewehren (auch die freien vor-1970-Modelle) darf man außerhalb von Schießstätten NICHT schießen, auch nicht im Keller.

So, das war's! Gar nicht so einfach, oder?
 

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Discussion Starter · #6 ·
Vielen Dank!
Darf ich demnach also auch meine Blide mal vernünftig testen, ohne Schaumgummi Geschosse und mit großem Gegengewicht? Wenn ja, nur auf Privatgrund, oder auch auf Städtischem Land (verlassener Sportplatz)?
 

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Darf ich demnach also auch meine Blide mal vernünftig testen, ohne Schaumgummi Geschosse und mit großem Gegengewicht? Wenn ja, nur auf Privatgrund, oder auch auf Städtischem Land (verlassener Sportplatz)?
Waffenrechtlich spricht nichts dagegen. Aber es gilt ja auch noch das bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Deine Geschosse werden das Gelände höchstwahrscheinlich beschädigen, egal wie geringfügig. Deshalb darfst Du das nur mit Erlaubnis des Eigentümers.

Natürlich musst Du entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Warnschilder, Flatterband, Aufsichtspersonal.

Ich habe schon mehrmals (mit Filmteams) solche Erlaubnisse beantragt und immer auch bekommen. Meist haben die Ordnungsämter mir sogar geeignete Flächen vorgeschlagen und waren konstruktiv bei der Ausgestaltung der Sicherheitsmaßnahmen.
 

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Hi.
ich nutze mal diese Diskussion, da sie thematisch passt.
Ich bin auf der Suche nach einem Platz zum Armbrustschießen.
Da ich kein Vereinsmensch bin und beim Schießen gern alleine wäre (meine Meditation 🙃), fallen Schützenvereine weg.

Hab schon überlegt ein Waldstück zu kaufen. Aber befrieden ist ja beim Landschaftsschutzgebiet leider auch nicht erlaubt.
Und hier in NRW (Solingen/Bergisches Land) ist kaum was andere zu haben.
Eine Halle zur Mitnutzung habe ich auch noch nicht gefunden.

Der eigene Keller ist mit 11m auch zu kurz.

Wo kommt ihr denn so zum Schießen unter?
 
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